Bunte Projekte

 


Martina Bodenmüller

Diplom-Pädagogin
Gestaltungs-Sozialtherapeutin
wissenschaftliche Autorin

 

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Martina Bodenmüller
Sandacker 2
35396 Gießen
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www.bunte-projekte.de

Letzte Aktualisierung:
Oktober 2012


Plakatcollage "Gesundheit"

Gesundheit für alle!
Gesundheitsförderung im Stadtteil

Von März bis Juni 2004 und von November 2004 bis Juni 2005 führte ich zusammen mit der Wetzlarer Arbeitsloseninitiative e.V. WALI im Nachbarschaftszentrum Silhöfer Aue ein offenes Gesundheitsprojekt für die Bewohner/innen des Stadtteils "Westend" durch. Parallel zur Lebensmittelausgabe der "Mahlzeit" wurden Aktionen zum Mitmachen, Auftanken und Kraft schöpfen angeboten. Im 14-täglichen Wechsel wurde entweder gemeinsam gekocht undObstkorb Mittag gegessen oder ein sozialtherapeutisches Kreativangebot zum Mitmachen angeboten. Nebenbei konnten sich die Teilnehmer/innen rund um die Themen Beruf und Gesundheit informieren und beraten lassen. Schon nach den ersten Wochen zeichnete sich ab, dass das Angebot rege genutzt wurde. Für viele waren die wöchentlichen Treffen ein Ausblick im Alltag der Erwerbslosigkeit und Suchtproblematik. Etwas für sich selbst zu tun, hatten viele bislang völlig vernachlässigt. Die Angebote gaben den Impuls zur Veränderung der eigenen Situation - insbesondere die Beratung wurde dadurch stark und auch über die Projektzeiten hinaus in der WALI nachgefragt.

Das Projekt wurd gefördert durch das Programm L.O.S. "Lokales Kapital für soziale Zwecke" und in Zusammenarbeit mit der Mahlzeit des Diakonischen Werks Wetzlar und der Stadt Wetzlar durchgeführt. Damit gehörte das Gesundheitsangebot zu einer Reihe von Projekten, die im Rahmen des Programms "soziale Stadt" für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf durchgeführt wurden. Ziel war beim Gesundheitsprojekt einerseits das individuelle Stärken und Fördern von Ressourcen, aber andererseits auch die Partizipation im Stadtteil.

Essen beim Fest der GesundheitAls niedrigschwelliges und offenes Angebot konzipiert, konnten sich Interessierte unverbindlich das Gesundheitsangebot anschauen, sporadisch teilnehmern oder auch nur einzelne Bausteine (z.B. nur Gruppenangebot oder nur Beratung) in Anspruch nehmen. Für die Arbeit im Projekt hieß das aber auch, mit unterschiedlichsten Zielgruppen zu arbeiten. Auch wenn für viele das vordringlichste Problem die Erwerbslosigkeit ist, so spielen auch Sucht, psychische Erkrankung, Migration, Allleinelternschaft u.v.m. eine große Rolle bei der Beratung. Ins Projekt kamen Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenen Alters, die gemeinsam kochten, aßen, malten, gestalteten, pflanzten und sich dabei austauschten und kennen lernten. Gleichzeitig bot der wöchentliche Rhythmus die Möglichkeit zur kontinuierlichen Teilnahme und zum weitergehenden Engagement.

So beteiligten sich zum Beispiel am Ende des ersten Projektteils viele Teilnehmer/innen bei der Vorbereitung und Gestaltung des "Gesundheitsfestes". Im zweiten Projektteil wurde ein gemeinsam mit den Teilnehmer/innen ein Kräutergarten für den Stadtteil angelegt, der nach Ablauf des Projektes von Teilnehmer/innen weiter ehrenamtlich gepflegt wird. In einer von den Teilnehmer/innen erstellten "Kräuterfibel" können sich Interessierte über die angebauten Kräuter, ihre Wirkung und Verwendung informieren. Aus verschiedenen Einheiten des Kreativangebotes wurde zusammen mit den Teilnehmer/innen ein Großbild mit Rahmen erstellt, das nach Ablauf des Projektes dem Nachbarschaftszentrum gespendet wurde und nun ausgestellt ist.

 

Kreative Sozialtherapie
Kreative Sozialtherapie ist ein Baustein des Projektes. Jeden zweiten Dienstag habe ich ein kreatives Angebot zum Mitmachen angeboten. In einer angeleiteten Gruppe fanden die Teilnehmer/innen mit kreativen und erlebnisorientierten Methoden persönliche Zugänge zu den Themen Gesundheit, Krankheit und Körper. Diese konnten in Collagen, Bildern und Gestaltungen ihren Ausdruck finden. Unterschiedliche Methoden und Techniken wurden eingesetzt - wie zum Beispiel Malen, Objektbau, Gemeinschaftsbilder oder Linolschnitt. Die nonverbale Gestaltung eines Themas ist manchmal der erste Schritt, es auszudrücken. Anschließend wird dann vielleicht ein Beratungsgespräch gewagt.

kreative SozialtherapieDabei ist das Ziel, körperliche, emotionale und soziale Handlungen stärker wahrzunehmen und zu lernen, dass man sie im Dienste des eigenen Gesundheitsprozesses einsetzen kann. Krank machende Handlungsmuster können erkannt und Möglichkeiten zur Veränderung erarbeitet werden. Positive Ansätze werden verstärkt, es wird herausgearbeitet, was den Teilnehmer/innen persönlich "gut tut". Daraus entwickeln sich Anregungen für Veränderungen. Dabei werden vorrangig Selbsthilfepotentiale gesucht und verstärkt mit dem Ziel die persönlichen Ressourcen zu fördern. Es geht in dieser Arbeit natürlich um eine sinnvolle Ergänzung zu medizinischer Behandlung, nicht um ihren Ersatz. Aber sie hat Bedeutung gerade auch im präventiven Bereich, und sie zeigt den Menschen: "Du kannst selbst etwas (Sinnvolles) für Dich (und andere) tun, und es tut dir gut, etwas zu tun!"

Zum Beispiel: Wünsche für die Gesundheit gestalten
In einer Einheit ging es um persönliche und gesellschaftliche Wünsche zum Thema Gesundheit. Zunächst wurden gemeinsam Wünsche gesammelt und so durch die Gruppe Anregungen gegeben. Aber auch unterschiedliche Gefühle wie z.B. die Wut über gesellschaftliche Missstände konnten auf dem Plakat ihren Platz finden. Anschließend konnten alle Teilnehmer/innen Collagen oder Bilder zu den Wünschen gestalten, die sie Collage zu Gesundheitswünschen persönlich angesprochen haben. Einen Wunsch - wie z.B. das Rauchen aufzuhören oder sich mehr zu bewegen - zu formulieren und zu gestalten kann schon ein erster Schritt zu seiner Verwirklichung sein. Durch die Vorstellung der Bilder in der Gruppe wurden die Wünsche konkretisiert und erste Schritte zu ihrer Realisierung überlegt. So konnte erfahren werden, dass so manche Verwirklichungen gar nicht so weit weg liegen. Ein neuer Teilnehmer bemerkte zum Beispiel nach dem Angebot: "So etwas habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, das hat richtig gut getan!"


Weitere Informationen zum Projekt:
Projektflyer 2. Phase (pdf 1,0 MB) zum Download
Projektdokumentation und Auswertung des 2. Projektteils (pdf 1,25 MB) zum Download
Projektdokumentation und Auswertung des 1. Projektteils (pdf 1,15 MB) zum Download


Weitere Informationen zum Thema Integration und Stadtteilarbeit:

Auf dieser Seite:
Integration und Stadtteilarbeit (Themeninfo)
Projekt: Gestalterischer Dialog - Gespräche auf der Leinwand
Projekt: Recycling-Skulpturen: Integrativer Workshop zum Thema "Armut und Reichtum"
Projekt: Wohnumfeldgestaltung im Stadtteil
Fortbildung: Holzskulpturen zum Thema Teamarbeit für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen im Stadtteil
Event: Arbeitslosigkeit überbrücken - Mitmachkunstwerk beim Gießener Kunstspektakulum Fluss mit Flair 2008

Auf anderen Seiten:
Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt": http://www.sozialestadt.de/
Theoriearbeitskreis Alternative Ökonomie: Rundbriefe mit Aufsätzen: http://www.leibi.de/takaoe

Online-Fachinformationsdienst zur Integrativen Stadt(teil)entwicklung http://www.stadtteilarbeit.de


Weitere Informationen zu kreativer Sozialtherapie:

Auf dieser Seite:
kreative Sozialtherapie (Themeninfo)
Projekt: Gestalterischer Dialog - Gespräche auf der Leinwand
Projekt: Maskenbau und szenisches Spiel
Fortbildung: Fachtag kreative Sozialtherapie
"Zwischen Loslassen und Verantworten" am 19.11.2005 in Mainz

Auf anderen Seiten:
Zukunftswerkstatt Tanz Musik und Gestaltung http://www.zukunftswerkstatt-tk.de
Deutscher Fachverband für Sozialtherapie http://www.dfs-aktiv.de

 

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